The Dreadful – Mittelalterhorror mit Sophie Turner und Kit Harington

 

Game of Throne-Stars im altbekannten Setting, und doch auf Abwegen?

 

  von Reinhard Prahl

 

Was für ein Film ist The Dreadful?

Wer auf Mittelalter und Gothicflair steht, sollte ab Ende Februar 2026 beim Kinobesuch ein Auge auf The Dreadful werfen. Angesiedelt im England des 15. Jahrhunderts zur Zeit der Rosenkriege, verbindet der Film historische Härte mit psychologischem Horror und folkloristischen Motiven, und könnte damit zumindest auf der emotionalen Ebene in eine ähnliche Richtung wie Werwulf gehen. Besonderes Interesse erregt das Projekt durch das Wiedersehen von Sophie Turner und Kit Harington, die hier erstmals seit Game of Thrones erneut gemeinsam vor der Kamera stehen – diesmal jedoch in deutlich düsterem Kontext.

 

Die Entwicklung von The Dreadful wurde im Frühjahr 2024 bekannt gegeben. Regie und Drehbuch stammen von der US-amerikanischen Filmemacherin Natasha Kermani, die sich im Independent-Horror einen Namen gemacht hat. Nach Filmen wie Lucky und Beiträgen zur Anthologie V/H/S/85 verfolgt Kermani mit The Dreadful einen bewusst zurückgenommenen Horroransatz.

 

Statt aus Jump Scares verspricht Kermani, das Horrorgefühl des Films aus der psychologischen Spannung, der dem verfluchten Ritter gegenüber allgegenwärtigen Angst und das allgegenwärtige Gefühl existenzieller Bedrohung und Unterdrückung im mittelalterlichen Alltag zu beziehen. Kermani ließ sich dabei von europäischen Volksmärchen, Hexenglauben und der moralischen Verrohung durch Krieg inspirieren.

 

Produziert wurde der Film als britisch-amerikanische Koproduktion durch Redwire Pictures, Black Magic und Storyboard Media. Sophie Turner übernahm neben der Hauptrolle auch eine Produzentenfunktion und war aktiv in kreative Entscheidungen eingebunden, insbesondere bei der Ausarbeitung ihrer Figur. Weitere Produzenten sind Luke Daniels, Patrick Muldoon, Patrick Hibler und Greg Lauritano. Gedreht wurde im Herbst 2024 an Originalschauplätzen in Cornwall, deren karge Küstenlandschaften und historische Architektur gezielt genutzt wurden, um Authentizität und Beklemmung zu erzeugen. Die Produktion setzte auf praktische Effekte, natürliche Lichtquellen und eine bewusst reduzierte Ausstattung, um den Film möglichst erdnah wirken zu lassen.

Worum geht es?

Die Kameraarbeit von Julia Swain betont erdige Farben, Schatten und enge Bildkompositionen, während der Schnitt von Jeff Betancourt und Gabriel de Urioste das langsame, unaufhaltsame Fortschreiten der Bedrohung unterstreicht. Die Musik stammt von Jamal Green, dessen Score mit minimalistischen, archaisch anmutenden Klängen arbeitet und nur sparsam eingesetzt wird.

 

Inhaltlich folgt The Dreadful der jungen Anne (Sophie Turner), die gemeinsam mit ihrer manipulativen Schwiegermutter Morwen (Marcia Gay Harden) in bitterer Armut lebt. Da Annes Ehemann aus dem Krieg nicht zurückkehrt, sichern sich die Frauen ihr Überleben durch Diebstahl und Betrug. Als jedoch Jago (Kit Harington), ein Mann aus Annes Vergangenheit, plötzlich auftaucht, geraten bestehende Machtverhältnisse ins Wanken. Zwischen Anne und Jago entwickelt sich eine verbotene Beziehung, die Misstrauen, Gewalt und Aberglauben entfacht. Gerüchte über Flüche, ein geheimnisvoller Ritter und eskalierende Brutalität lassen Realität und Übernatürliches zunehmend verschwimmen. Weitere Rollen übernehmen Laurence O’Fuarain und Jonathan Howard.

 

Der internationale Kinostart des von Lionsgate vertriebenen The Dreadful ist für den 20. Februar 2026 geplant. Für Deutschland wird derzeit von einer zeitnahen Veröffentlichung ausgegangen – entweder parallel zum internationalen Start oder kurz darauf im Kino und auf digitalen Plattformen. Ein final bestätigter deutscher Starttermin steht noch aus.

Bildquellen: Lionsgate

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